ppGB 67 24-Stunden Tag

2.8.

Irmi:

Sehr gewöhnungsbedürftig sind die langen Tage hier im Norden um diese Jahreszeit. Um 22 Uhr steht die Sonne noch immer leuchtend am Himmel, es ist taghell und wir werden kein bisschen müde. Das macht ja auch gar nichts, denn so haben wir noch Energie genug, um bei einem Strandspaziergang die Ankunft der Hurtigrute zu erwarten. Es treffen sich zwei riesige Linienschiffe, das eine aus Süden kommend und das andere aus dem Norden kommend, hier in Berlevag, und dieses Spektakel lassen wir uns nicht entgehen. Abgesehen davon, dass das eine tägliche Touristenattraktion ist, haben diese Schiffe eine wichtige Aufgabe in der Versorgung dieses entlegenen Randgebietes. Als die beiden eintreffen, ist die Sonne auch schon langsam am Untergehen, um schon gleich wieder aufzugehen. Sie taucht die Landschaft in ein ganz besonderes Licht und gibt den Schiffen einen leuchtenden Glanz, als sie sich mit einer Pirouette umdrehen, um den Hafen wieder zu verlassen.

Auch wir verlassen heute den Norden. Hat sich die Landschaft gestern im Sonnenlicht von seiner liebliche Seite gezeigt, so erleben wir heute ihre dramatischen Launen. Graue Wolken, die über den Bergen hängen und stürmischer Wind, der das Wasser peitscht, zeichnen eine düstere Stimmung. Für uns angenehm ist allerdings die Reisetemperatur. Wir brauchen zum ersten Mal seit langem wieder eine Weste.